Zum starken Licht am Broken

Logenhaus i.O. Wernigerode
Hier müssen wir zuerst etwas weiter ausholen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden im damaligen Deutschen Reich eine große Anzahl von irregulären Großlogen, das heißt Winkellogen gegründet. Das Problem aller dieser Gründungen war immer, daß sie von den 8 sich gegenseitig anerkennenden regulären Großlogen und den 5 unabhängigen Logen nicht anerkannt wurden. Eine von diesen irregulären Großlogen war die „Allgemeine Bürgerloge“ die 1896 in Berlin ins Leben gerufen wurde. Aufgrund von Streitigkeiten mit der Großlogenfuhrung spalteten sich fast alle reichsdeutschen Mitgliedslogen von Berlin ab und bildeten 1899 in Leipzig eine eigene „Allgemeine Bürgerloge“. Wegen der dauernden Verwechselungen mit der „Allgemeinen Bürgerloge“ in Berlin nannte sich die Leipziger Bürgerloge ab 1900 „Matthäilogenbund“. In dieser Zeit, am 16. Februar 1901, wurde in Wernigerode die Loge „Zu den zwei Türmen“ gegründet, zunächst nur mit 2 Mitgliedern. In einigen Unterlagen wird auch von der Loge „Zu den drei Türmen“ gesprochen. Alle Winkellogen haben im Gegensatz zu den regulären Logen sehr aktiv Werbung betrieben, z.B. durch Inserate in Zeitungen, Verteilung von Handzetteln und direktes Anschreiben von möglichen Kandidaten. Hierdurch wurde der freimaurische Verein in Wernigerode offensichtlich dazu veranlaßt, selbst eine Loge zu gründen. Es war sonst den Wernigeroder Bürgern der Unterschied zwischen regulärer und irregulärer Freimaurerei nicht zu vermitteln. Im Jahre 1895 hatte Wernigerode 29.418 Einwohner. (Meyers Konversationslexikon von 1897) Die Mitglieder des Matthäilogenbundes wurden bei ihren Versuchen bei regulären Logen Besuchsrecht zu bekommen, unter anderen deswegen zurückgewiesen, dass reguläre Freimaurer in Johannislogen arbeiten und Matthäus mit der Freimaurerei nichts zutun hat. Daraufhin wandelte sich dieser Bund 1903 in „Große Freimaurerloge von Deutschland“. Im Jahre 1904 ging diese Großloge mehr oder weniger geschlossen in die „Symbolische Großloge des Schottischen Ritus in Deutschland“ (Cemeau-Ritus) über. Auch diese Großloge, die ihr Patent von John Yarker (in Großbritannien) über Br. Reuss erhalten hatte, erhielt nie die Anerkennung der regulären Großlogen. Es gab zwar das Gerücht, dass ein hoher Würdenträger dieser Großloge in einer regulären Loge in Berlin Zutritt erhalten hatte und im Osten sitzen durfte, es ließ sich aber nicht klären wann und wo und wer. Vor diesem Hintergrund kam die Großloge zu der Einsicht, das eine Regularität der Logen nur durch einen Überführung der Brüder (Regularisierung) in eine anerkannte Großloge möglich wäre. Deshalb wurde zum Freitag den 3. Februar 1911 eine allgemeine Logenversammlung in Leipzig mit der einzigen Tagesordnung: Liquidation der „Symbolischen Großloge des Schottischen Ritus in Deutschland“ einberufen. Der Großmeister hatte ursprünglich angeregt, dass die nun „großlogenfreien Logen“ sich der Großloge von Sachsen anschließen sollten.

Einige Logen unter anderen die Loge „Zu den zwei Türmen“ in Wernigerode folgten diesen Aufruf nicht. Die Loge wandte sich an die „Große Loge von Hamburg“, mit der Bitte um ein Patent. Aus anderen Logenchroniken wissen wir, dass die angeschriebene Großloge die nächstgelegene Mitgliedsloge beauftragt, die neuen Brüder durch alle drei Grade zu begleiten. Damit mit diesen, dann die reguläre Logengründung vollzogen werden kann. In diesen Fall wurde aber nicht die Loge in Halberstadt „Friedrich zur Morgenröthe“ beauftragt, sondern die Loge „Ferdinande Caroline“, heute „Ferdinande Caroline zu den drei Sternen“ # 105 in Hamburg. Es ließ sich leider nicht klären, wo und wann die Wernigeroder Brüder regularisiert wurden. Es ist lediglich bekannt, dass das Patent im Mai 1911 erteilt wurde und die Loge unter den Namen „Zur Eiche am Scharfenstein“ am 24. September 1911 gegründet wurde. Der erste Meister vom Stuhl war der Juwelier Carl Rochvot, der langjährige Vorsitzende der Winkelloge. Der Ehrwürdigste Großmeister Br. Uhrbach und der Großschriftführer Br. Schwanck sowie der MvSt. der Loge „Ferdinande Caroline“ Br. Ascher wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Loge arbeitete zunächst im Haus Breite Str. 54 (Eingang Steingrube) - später im Logenhaus Lindenberg. Auch diese Loge wuchs und gedieh und hatte z.B. 1925 66 Mitglieder. Am 27. März 1926 trat die Loge offensichtlich geschlossen zur Grossen National - Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ über. Auch hier erfogte weiterhin ein Anwachsen der Mitgliederzahlen, die ihren Höchststand 1927 mit 78 Brüdern erreichte. 1932 waren es noch 62 Brüder. Die Liquidation wurde am 18. April 1933 durch Mitgliederbeschluß herbeigeführt. Die finanzielle Abrechnung wurde am 14. Oktober 1935 abgeschlossen. Die Liquidation beim Amtsgericht wurde am 13. November 1935 eingetragen.

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Freimaurerloge Wernigerode

Die Freimaurerloge Wernigerode ist ein Bruderbund freier Männer, die sich regelmäßig zum geistigen Austausch im altertümlichen Logenhaus treffen. Diese Internetpräsenz soll einen Einblick gewähren und das Interesse zu mehr wecken.

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