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Montag, 24 August 2015 11:45

Toleranz - Vortrag zum Gästeabend

geschrieben von  Bruder der Loge
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Liebe Gäste, liebe Brüder, wir Freimaurer schmücken uns gern mit großen Berühmtheiten. Aber nicht nur das. Wir haben ja auch so unsere Schlagworte. Eines davon ist Toleranz. Aber was bedeutet Toleranz eigentlich genau? Sicher hat jeder da so seine Vorstellung.

Im Grunde wissen wir, was wir meinen: Zuhören, den anderen akzeptieren...oder so? Wie weit geht Toleranz eigentlich? Müssen wir alles tolerieren, was um uns geschieht? Gab es Toleranz schon immer, oder hat sich die Toleranz, bzw. deren Definition entwickelt? Ich habe eine interessante Definition in Mayers Lexikon von 1904 gefunden. Auch im Vergleich dazu die Definition der Freimaurerei, die in diesem Lexikon immerhin 4 Seiten beträgt.

1904 heißt es: Toleranz ist:

„Duldung, insbesondere religiöse, die den von der Staatskirche abweichenden Glaubensgenossen ungehindert zugesichert wird und in den christlichen Ländern namentlich gegen die Juden geübt wird.“ „Hier sei erwähnt das Toleranzedikt von Friedrich -Willhelm IV. vom März 1847, welches die staats, -privat- und kirchenrechtlichen Verhältnisse solcher tolerierten Bekenntnisse im Land ordnet.

Im Unterschied dazu der Brockhaus von 1942. Da heißt es nur:

„Duldsamkeit, das Geltenlassen fremder Anschauungen, besonders die staatliche Duldung mehrerer Religionen".

Zu dieser Zeit wird aber auch die FM als „überstaatliche Organisationsform des westlichen Liberalismus mit dem Charakter eines geheimen kultischen und politischen Männerbundes „ bezeichnet.

Weiter: „Die freimaurerische Verbrüderungsideologie und die Verjudung der FM widersprechen dem deutschen Rassegedanken“

Ich glaube das reicht.

Im Universallexikon der DDR steht bei Toleranz: „das Geltenlassen anderer Gewohnheiten, Meinungen Weltanschauungen und Sitten. Die Toleranz ist abhängig von den jeweiligen Klasseninteressen“!

Ebenda heißt es bei Freimaurern u.A.: „bürgerlich - humanistische Bewegung der Aufklärung mit pantheistischem Grundzug und „ Nach dem 2. Weltkrieg verfiel die Freimaurerei dem Antikommunismus und wurde ein Instrument reaktionärer imperialistischer Kräfte“ Man erkennt also, wie eng beide Begriffe doch miteinander Korrespondieren und den gesellschaftlichen Strukturen unterliegen. 

Also, meine ich, Toleranz und Freimaurerei sind doch eng miteinander verbunden und somit nicht nur ein „Schlagwort“ sondern tiefgründiges Streben eines Menschen, welches durch sein freimaurerisches Wirken und seine Entwicklung im Bund gefordert wird.

Gelesen 599 mal Letzte Änderung am Montag, 31 August 2015 06:54

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