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Donnerstag, 23 März 2017 12:36

Gedanken an einem Mittwoch

geschrieben von  Br. Christoph Kath
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Gedanken an einem Mittwoch into graphics @pixabay

Sehr ehrwürdiger Meister, liebe Brüder,

der folgende Vortrag entstand aus einer medialen Reizüberflutung von Meldungen über Terror und irgendwelchen Todesmeldungen. Er basiert auf der Ignoranz unserer Gesellschaft, welche den Blick auf die wirklich wesentlichen und fundamentalen Dinge, die uns täglich umgeben verloren hat. 

Ich heiße weder den Terror noch den Tod anderer Menschen gut, aber diese Ignoranz beschäftigte mich so sehr, dass ich den Kopf frei kriegen musste.

Es ist mir auch ein Bedürfnis, eben diese Gedanken, mit Ihnen, meine Brüder, zu teilen.

Es ist kein hochphilosophischer Vortrag, wie Sie ihn jetzt vielleicht erwarten.

Nein, es ist ein Spiegel einer einzelnen Person, eines Bruders. Ein Spiegel meiner selbst, meine Gedanken, etwas Persönliches.

Ich könnte Ihnen jetzt einen Vortrag über Toleranz, Brüderlichkeit, über unseren Bund oder Zeichendeutung halten, aber das tue ich nicht.

Solche Vorträge hören wir oft und zu genüge.

Gedanken an einem Mittwoch:

„Ich sitze im Büro, aber ich kann nicht arbeiten, denn mir schwirren zu viele Dinge und Gedanken durch den Kopf. Ich möchte sie jemandem mitteilen- sie einfach loswerden, aber es ist niemand da. Schreibe ich sie in die Statuszeile von Facebook? Nein! Also schreibe ich sie erstmal in einem Worddokument auf, damit der Kopf wieder frei wird- mal sehen was daraus wird.

In was für einer erkrankten Gesellschaft leben wir eigentlich?

Wir sind mit Paris und Brüssel, weil dort Menschen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft sterben.

Warum sind wir nicht mit Syrien?

Mit den Palästinensern?

Mit Israel?

Oder mit anderen Ländern in denen Menschen, durch die Hände anderer sterben?

Ganz einfach, diese Menschen leben außerhalb unseres Tellerrandes. Europa schreit wir müssen unsere Werte wie Einigkeit, Recht und Freiheit verteidigen.

Warum?

Diese Werte besitzen wir doch schon lange nicht mehr. Die haben wir an der Eingangstür zum unerschöpflichen Wohlstand abgegeben, denn der von uns gewählte Wohlstand, ist mit diesen Werten nicht möglich.

Auf welchen Fundamenten wird der Wohlstand gegründet?

Immer auf dem Fundament von Unterdrückung der Schwächeren.

Aber warum ist das so?            

Diese Tatsache existiert nicht erst seit gestern, es gibt sie schon seit Menschengedenken. Wir blenden sie heute bloß aus, damit wir ruhiger leben und schlafen können.

Heute rennt jeder dem größten Auto, dem neusten Smartphone, den besten Klamotten oder auch dem größten Haus hinterher, anstatt sich auf die wichtigen Dinge zu besinnen. Dinge wie, Freundschaft, Familie, Gesundheit und Frieden.

Gibt es denn noch Menschen die sich morgens im Spiegel selbst in die Augen schauen können?

Ich selbst bin kein Musterbeispiel eines perfekten Menschen, ich bin mir dessen aber stets bewusst und kann es ändern.

Ich kann jeden Tag aufs Neue versuchen ein besserer Mensch zu sein.

Mit Freude Respekt für mein Gegenüber und mit Ehrlichkeit und Höflichkeit.

Sicher ist das harte Arbeit, aber um wie viel wäre das Leben schöner, wenn das alle tun würden? Vor allem einfacher!

Heute gibt es zu wenig Menschen, die sich nicht über die Tatsache freuen, dass sie gesund sind, in Sicherheit leben, ein Dach über dem Kopf haben und täglich was zum Essen haben.

Sie sind unzufrieden, neidisch auf den anderen, sie wollen noch was Besseres als der Andere haben.

Warum?

Ich kann solchen Menschen nur immer wieder sagen: „Es gibt kein höheres Gut, als mit sich selbst im Reinen zu sein. Sei mit dir selbst glücklich und zufrieden.“

Das ist einfach gesagt, aber der Weg dahin ist schwer, denn man muss Höhen und Tiefen, falsche Pfade und Irrwege überwinden. Ich denke auch, dass niemand diesen Punkt zu 100% erreicht oder erreichen kann. Warum auch, ist es denn nicht die Erkenntnis, dass es diesen Punkt gibt und man ihn erreichen möchte, das eigentliche Ziel?

Würde mich heute jemand nach dem Sinn unseres irdischen Daseins fragen, würde ich antworten:

„Einfach leben, so gut es geht und vor allem mit anderen Menschen leben. Nicht hassen, sondern respektieren“-

Auch Respekt für Menschen anderer Herkunft, Meinungen und Religionen gehört dazu.

Muss man denn jemanden hassen, nur weil er anders ist und anders glaubt?

Ich denke nicht, denn eine Gesellschaft kann nur durch die Vielfalt bestehen und vor allem wachsen. Rassismus und Diskriminierung fängt mit der täglichen Ausgrenzung an.

Ich muss mein Gegenüber nicht um jeden Preis akzeptieren, aber ich kann wenigstens höflich und ehrlich sein und ihn somit respektieren, weil ich mir das auch von ihm erhoffe.

Ist denn nicht das tägliche Handeln mit Respekt, Ehrlichkeit und Höflichkeit, das Leben eben der Werte wie Einigkeit, Recht und Freiheit, nur in klein? Kann denn nicht aus etwas Kleinem auch was Großes werden, wenn nur jeder im Kleinen und Alltäglichem damit beginnt? Man sollte aber bedenken, diese grundsätzlichen Dinge nicht mit aller Macht umsetzen zu wollen, denn dann stehen wir wieder am Anfang. Die Herausforderung ist es, das Gleichgewicht zu finden, Dinge zu hinterfragen und damit über den sogenannten Tellerrand zu schauen.

Das sind nur einzelne Gedanken. Man muss diese nicht teilen, aber vielleicht für nur eine Minute darüber nachdenken und für sich selbst reflektieren. Ich möchte niemanden bekehren, sondern nur einen Denkanstoß geben.“

Gelesen 763 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 23 März 2017 12:53

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